Botschafter a.D.
David Anderson
(1989-1997)
Während Andersons Amtszeit veränderte sich der thematische Fokus des Berliner Aspen Instituts: Die transatlantischen Beziehungen, sicherheits- und außenpolitische Fragen sowie die Rolle internationaler Institutionen nach dem Ende des Kalten Krieges waren jetzt die Hauptthemen. Die Suche nach Lösungen für den Balkankonflikt bildete einen weiteren Arbeitsschwerpunkt: Gemeinsam mit dem Carnegie Endowment for International Peace berief Anderson die „International Commission on the Balkans“ unter Leitung des früheren belgischen Premierminister Leo Tindemans ein.
Der neue politsche Schwerpunkt führte dazu, dass der humanistische Ansatz des amerikanischen Aspen Instituts weiter in den Hintergrund rückte. Anders als unter seinem Vorgänger, der die interdisziplinäre Weiterentwicklung von Führungskräften als vorrangige Aufgabe gesehen hatte, stand unter Anderson die frühe Identifikation von Nachwuchsführungskräften und potentiellen Entscheidungsträgern ganz oben auf der Agenda.
Während Andersons Amtszeit ging das Aspen Institut neue Wege. Anderson wollte ein breiteres Publikum in Deutschland erreichen. Er öffnete mehr Veranstaltungen für die Öffentlichkeit und bezog die Vertreter der Medien als Teilnehmer in Veranstaltungen ein. Unter Anderson ging das Aspen Institut neue wichtige Partnerschaften ein - mit dem Chicago Council on Foreign Relations, mit der Dräger-Stiftung, der Carnegie Corporation of New York und dem Carnegie Endowment for International Peace. Hauptgeldgeber blieb jedoch der Berliner Senat. Zu den weiteren wichtigen Förderern gehörte auch die neu gegründete Shepard Stone Stiftung.