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  • 4. März 2015

    Policy Program | Expertendiskussion zum Thema: „Kosovo’s population drain: How can the governments of Kosovo and Germany respond to people’s demands for a better future?“

    Am 4. März 2015 hat das Aspen Institute Deutschland eine Expertendiskussion zum Thema „Kosovo’s population drain: How can the governments of Kosovo and Germany respond to people’s remand for a better future?“ ausgerichtet. Die Gastredner waren S.E. Skender Hyseni, Innenminister der Republik Kosovo, Dr. Ernst Reichel, Beauftragter für Südosteuropa, Türkei und die EFTA Staaten im Auswärtigen Amt, und Dr. Michael Jansen, Referatsleiter Referat M I 5 Europäische Migration, Europäische Harmonisierung im Bundesinnenministerium. Die Diskussion wurde moderiert von Dr. Andrea Despot, stellvertretende Leiterin der Europäischen Akademie Berlin.
    Die Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Situation der Bevölkerung des Kosovo, insbesondere wirtschaftliche Entwicklung, Bekämpfung der Korruption sowie EU und NATO Mitgliedschaft wurden als die wichtigsten Prioritäten der Regierung identifiziert. Ein kontrovers diskutiertes Thema war die Visa-Liberalisierung für den Schengen-Raum für Bürger des Kosovo. Befürworter sehen in ihm die Möglichkeit, Migration kontrollieren zu können. Kritiker hingegen bezweifeln, dass die Visa-Liberalisierung für Kosovo das Problem der steigenden Zahl der Asylbewerber aus dem Land lösen würde, da in den Nachbarländern das Gegenteil der Fall gewesen sei. Letztes Jahr seien ein Viertel der insgesamt 200.000 Asylbewerber in Deutschland aus den Ländern des Westlichen Balkan gekommen. Dieser Fakt wurde verbunden mit der Warnung, dass die steigende Zahl der Wirtschaftsflüchtlinge dazu führen könne, dass die öffentliche Meinung das Prinzip der Freizügigkeit innerhalb Europas in Frage stelle. Dennoch wurde insgesamt betont, dass der Visa-Liberalisierungsprozess als ein starker Motor für Kosovos Reformprozess zur Erreichung europäischer Standards gewertet könne.
    In diesem Zusammenhang auch auf die Wichtigkeit verwiesen, die Bevölkerung des Kosovo darüber zu informieren, dass Gerüchte, nach denen Deutschland bei Einreise einen Arbeitsplatz und eine Unterkunft bereitstelle, nicht der Realität entsprechen, da es die Menschen davon abhalten könnte, ihre Lebensgrundlage im Kosovo für eine scheinbar bessere Perspektive anderswo aufzugeben. Zudem herrschte Einigkeit über die Notwendigkeit zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung, um ihr eine langfristige Perspektive in ihrem eigenen Land zu geben. Auf die Bereitschaft der Bundesrepublik Deutschland, Unterstützungshilfe zu leisten, wurde dabei verwiesen.

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