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  • 17. April 2015

    Public Program | Hintergrundgespräch: „Nach der Wahl: Was kommt als nächstes für Israel und Palästina?” mit Samer Maklouf, dem Direktor von OneVoice Palästina, und dem früheren Direktor von OneVoice Israel, Tal Harris

    Am 17. April 2015 hieß Rüdiger Lentz, Direktor des Aspen Institut Deutschland, den Direktor von OneVoice Palästina, Samer Maklouf, und den früheren Direktor von OneVoice Israel, Tal Harris, im Aspen Institute zu einer Diskussion über die Auswirkungen der letzten Wahlen in Israel willkommen.
    Harris nannte die Resultate enttäuschend, da Vorabumfragen einen Regierungswechsel vorausgesagt hatten – obwohl Premier Netanjahus Ende besiegelt zu sein schien, schmiede er nun wieder eine neue Koalition mit seiner Likud-Partei an der Spitze. Diese konnte fast eine Million Stimmen gewinnen, 100.000 mehr als bei den letzten Wahlen 2013. Er kritisierte Netanjahus rassistische Bemerkungen gegen arabische Wähler am Wahltag, welche bisher inaktive Likud-Wähler mobilisiert hätten. Nichtsdestotrotz müsse man diese Wahl respektieren und OneVoice werde sich nun auch vermehrt an Likud-Wähler richten, die man bisher nicht erreicht habe.
    Maklouf bezeichnete die aktuellen Zeiten als sensibel, weil die Wahlergebnisse schockierend gewesen seien. Maklouf zufolge sei die einzige Alternative zur Zwei-Staaten-Lösung ein ewiger Krieg zwischen Israel und seinen Nachbarn. Er rief des Weiteren zu mehr Aktivität von europäischer, im Speziellen von deutscher Seite, auf, die Zwei-Staaten-Lösung voranzutreiben. Palästina selbst habe keine Strategie, sondern würde momentan nur reagieren. Seine Einwohner würden die Zwei-Staaten-Lösung mehrheitlich befürworten – auch wenn dieser Begriff auf beiden Seiten verschieden aufgefasst werde, insbesondere wegen der Rolle Jerusalems. Während 74% der Palästinenser in OneVoice-Umfragen 2009 diese Lösung noch bevorzugten, sei die Zahl der Befürworter unter 50 % im Jahr 2015 gesunken, da sich Hoffnungslosigkeit verbreite.
    Harris verwies abschließend auf andere binationale Staaten in der Welt und deren enorme Probleme, sogar in Ländern wie Belgien. Daher sehe er die Ein-Staaten-Lösung als keine langlebige Alternative.

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