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  • 14. April 2015

    Public Program | Brown Bag Lunch: „Putin's leadership and its implications for the West”

    Am 14. April lud das Aspen Institut Deutschland zum Brown Bag Lunch mit Dr. Fiona Hill, der Direktorin des „Center on the United States and Europe“ bei der Brookings Institution und Co-Autorin des Buches „Mr. Putin: Operative in the Kremlin”. Zusammen mit Moderator Rüdiger Lentz und 22 Gästen sprach Dr. Hill über Putins Führungsstil und dessen Auswirkungen auf den Westen.
    Ihrer Meinung nach hätte man die Annexion der Krim vorhersehen können, da es sich um ein sehr symbolträchtiges Stück Land für die Russen handle. Sie meinte, Putin strebe nach einem dominanten Russland, sowohl wirtschaftlich als auch politisch. Der „Westen“ befinde sich im Dilemma, entweder zu schwach zu wirken oder zu stark – dann mit dem Risiko, dass Putin letztendlich sein Nukleararsenal in Betracht ziehen könne. Dr. Hill zufolge seien die USA Putins tatsächlicher Gegner, er strebe nach einer ähnlich herausgehobenen Stellung in der internationalen Politik für Russland.
    Sie beschrieb Putin als eine kaum vorhersehbare Persönlichkeit mit vielen Gesichtern. Daher verfüge er sowohl über die Kraft der Eskalation als auch die der Deeskalation. In Verhandlungen würde dies einen taktischen Vorteil bedeuten, aber die Einigkeit des Westens spiele dieser wiederum als strategischen Vorteil aus. Putin würde jetzt darum laut Dr. Hill versuchen, Zwietracht zwischen den westlichen Staaten zu säen, indem er EU-kritische Staaten wie Griechenland und die Türkei umwerbe.
    Sie gab außerdem Einblicke in die Wahrnehmung der Situation von Seiten der USA: Man wolle hier auf keinen Fall als „Appeaser“ wahrgenommen werden. Entsprechend werde jeder Kandidat für die US-Präsidentschaft sich mit seiner Russlandpolitik weiter rechts positionieren als Obama.

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