
Die Integrität des digitalen Informationsraums ist eine der größten Herausforderungen moderner Demokratien. Wahlen werden längst nicht mehr ausschließlich an der Wahlurne entschieden, sondern zunehmend auch auf digitalen Plattformen begleitet und beeinflusst. Desinformationskampagnen, koordinierte Einflussoperationen und andere Formen der Informationsmanipulation können das Vertrauen in demokratische Institutionen untergraben, den öffentlichen Diskurs verzerren und die Widerstandsfähigkeit offener Gesellschaften schwächen. Umso wichtiger ist es, glaubwürdige digitale Stimmen dabei zu unterstützen, solche Bedrohungen zu erkennen, einzuordnen und ihnen wirksam entgegenzutreten.
Mit dem Projekt Digital Defenders bringt Aspen Germany ein europäisches und transatlantisches Netzwerk von Influencer*innen sowie Content Creator*innen aus Mittel- und Osteuropa, Deutschland und den Vereinigten Staaten zusammen. Das Projekt versteht sie nicht nur als Vermittler von Informationen, sondern als wichtige Akteure der öffentlichen Meinungsbildung, die Zielgruppen erreichen, die klassische Medien und politische Institutionen oftmals nur noch eingeschränkt ansprechen.
Programmstruktur
Im ersten Projektjahr werden 18 Teilnehmende gemeinsam die Herausforderungen des digitalen Informationsraums analysieren – von hybriden Bedrohungen und Foreign Information Manipulation and Interference (FIMI) über Plattformregulierung und algorithmische Verstärkung bis hin zu Fragen der Wahlintegrität und demokratischen Resilienz. In Online-Workshops sowie während Studienreisen nach Berlin und Bukarest kommen sie mit Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft, Medien, Technologieunternehmen und Zivilgesellschaft zusammen, um unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und ein vertieftes Verständnis der strategischen Herausforderungen im digitalen Informationsraum zu entwickeln.
Ein besonderer Schwerpunkt des Projekts liegt auf einer interaktiven Krisensimulation. In einem fiktiven Szenario zu einem groß angelegten Angriff auf die Integrität einer Wahl übernehmen die Teilnehmenden die Rollen verschiedener europäischer Entscheidungsträger und relevanter Akteure. Die Simulation macht deutlich, wie komplex politische Entscheidungsprozesse unter Krisenbedingungen sind, welche unterschiedlichen Interessen und Verantwortlichkeiten aufeinandertreffen und wie schwierig eine koordinierte Reaktion auf hybride Bedrohungen in der Praxis sein kann.
Über den Austausch innerhalb der Gruppe hinaus soll Digital Defenders auch einen Beitrag zur sicherheits- und demokratiepolitischen Debatte leisten. Begleitend zum Projekt entsteht eine Publikation mit Beiträgen renommierter Wissenschaftler*innen zu hybriden Bedrohungen, Informationsintegrität und demokratischer Resilienz. Gleichzeitig unterstützt Aspen Germany die Teilnehmenden dabei, ihre Expertise sichtbar zu machen und ihre Erkenntnisse in ihre jeweiligen Communities zu tragen. Auf diese Weise entsteht ein nachhaltiges Netzwerk digitaler Multiplikator*innen, das zu einem resilienteren digitalen öffentlichen Raum beiträgt.
Bewerbungsaufruf
Die Bewerbungsphase für den ersten Jahrgang hat begonnen. Gesucht werden Influencer*innen sowie Content Creator*innen aus Mittel- und Osteuropa, Deutschland und den Vereinigten Staaten, die den digitalen öffentlichen Diskurs aktiv mitgestalten und sich für eine faktenbasierte, demokratische und resiliente Informationslandschaft engagieren möchten. Bewerbungen können über den folgenden Link eingereicht werden:https://forms.cloud.microsoft/e/z0P3hCwfEr
Das Projekt wird gefördert vom Auswärtigen Amt und unterstützt von dem Aspen Institute Central Europe, dem Aspen Institute Romania and dem Aspen Institute Kyiv.



