
Bei der MSC 2026 war Aspen Deutschland nicht nur Beobachter, sondern aktiver Impulsgeber strategischer Debatten. In einem Jahr, das von geopolitischer Fragmentierung, erneuter nuklearer Unsicherheit und zunehmender Informationskriegsführung geprägt war, brachte sich Aspen Deutschland mit eigenen inhaltlichen Akzenten in die zentralen Themen der Konferenz ein. Hochrangige Diskussionen vernetzten Akteur*innen aus Politik, Wissenschaft, Medien und Zivilgesellschaft und förderten den interdisziplinären Austausch.
Mit öffentlichen Panels, einer Oxford-Style-Debatte zur nuklearen Abschreckung sowie Expertenrunden zur Bekämpfung von Informationsmanipulation in Europa schuf Aspen Deutschland Plattformen für einen offenen, fundierten und sektorenübergreifenden Dialog – über institutionelle und nationale Grenzen hinweg.
Die 62. Münchner Sicherheitskonferenz (14.–16. Februar 2026), die unter dem Titel „Under Destruction“ stattfand, bestätigte, dass die Ära geopolitischer Bequemlichkeit vorbei ist. Mit mehr als 50 Staats- und Regierungschefs, Außen- und Verteidigungsministern, Parlamentsvorsitzenden, Militärvertretern, CEOs sowie Repräsentanten der Zivilgesellschaft fungierte die MSC 2026 erneut als eines der weltweit führenden Foren für strategischen Austausch. Die Staats- und Regierungsvertreter trafen sich nicht nur in Plenarsitzungen, sondern auch in bilateralen und minilateralen Formaten, in vertraulichen Rundtischgesprächen, nicht öffentlichen Strategiesitzungen und Krisenkonsultationen. Der Wert Münchens lag weniger in formellen Kommuniqués als vielmehr in offenem Signalisieren, dem Austesten von Positionen und strategischer Kalibrierung.
Inhaltlich unterstrich die Konferenz fünf zentrale Realitäten. Erstens wird die nach dem Kalten Krieg entstandene „regelbasierte Ordnung“ nicht länger als selbstverständlich angesehen; Großmachtrivalität und institutionelle Erosion prägen inzwischen das internationale Umfeld. Zweitens machte die Rede des US-Außenministers Marco Rubio trotz eines versöhnlicheren Tons deutlich, dass es keinen transatlantischen Neustart gibt: Souveränität, Reziprozität und eine zivilisatorische Rahmung bestimmen zunehmend die amerikanische Außenpolitik. Drittens erkennt Europa die Notwendigkeit größerer strategischer Verantwortung an, doch zwischen Rhetorik und operativer Handlungsfähigkeit besteht weiterhin eine Lücke. Viertens haben die Erosion der Rüstungskontrolle und die Modernisierung nuklearer Arsenale Abschreckung und strategische Stabilität wieder in den Vordergrund gerückt. Fünftens erstrecken sich Konflikte inzwischen über physische Schlachtfelder hinaus in den Cyberraum, in technologische Lieferketten und in die Informationskriegsführung. Schließlich zeigten Mittelmächte und Akteure des sogenannten Globalen Südens wachsende Handlungsfähigkeit und erinnerten die Teilnehmer daran, dass die globale Ordnung nicht länger allein um westliche Selbstreflexion kreist.
Lesen Sie hier für eine Zusammenfassung und zu unseren Key-Takeaways von der diesjährigen Konferenz.





