- 08. Juli 2026
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- 08. Juli 2026
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Europas Sicherheitsordnung befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine, zunehmende Cyberangriffe staatlicher und nichtstaatlicher Akteure, wachsender Druck auf kritische Infrastrukturen sowie Europas technologische Abhängigkeiten haben deutlich gemacht, wie eng Sicherheit, technologische Souveränität und wirtschaftliche Stabilität inzwischen miteinander verflochten sind. Resilienz bedeutet vor diesem Hintergrund längst mehr als reine Krisenfestigkeit. Gefragt ist die Fähigkeit von Staaten und Gesellschaften, Störungen frühzeitig zu erkennen, unter Druck handlungsfähig zu bleiben, Ausfälle schnell zu bewältigen und sich an eine dauerhaft volatile Sicherheitslage anzupassen.
Im Zentrum dieser Herausforderung steht die Resilienz strategischer Infrastruktur. Digitale Netzwerke, verteidigungsrelevante Systeme und Cloud-Technologien bilden heute das Rückgrat staatlicher Handlungsfähigkeit, wirtschaftlicher Prozesse und moderner Verteidigung. Gleichzeitig wächst die Verwundbarkeit: Ein Cyberangriff, der Ausfall digitaler Infrastruktur oder auch technologische Abhängigkeiten können weitreichende Kettenreaktionen auslösen – mit Folgen weit über den betroffenen Sektor hinaus. Resilienz lässt sich deshalb nicht mehr isoliert denken. Sie erfordert koordinierte Ansätze über Ressort-, Sektor- und Ländergrenzen hinweg sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft und internationalen Partnern.
Die Europäische Union und die NATO haben begonnen, auf diese Entwicklung zu reagieren. Initiativen wie der EU Cybersecurity Blueprint, Debatten über europäische Cloud-Souveränität oder auch die stärkere Einbindung digitaler Infrastruktur in die Verteidigungsplanung der NATO zeigen, dass technologische Fähigkeiten zunehmend als sicherheitspolitischer Kernfaktor verstanden werden. Gleichzeitig bleibt die Lücke zwischen strategischen Zielsetzungen und operativer Umsetzung groß. Insbesondere die Frage, wie Regierungen, Bündnispartner und Technologieunternehmen im Krisenfall effektiv zusammenarbeiten können, ist bislang nur unzureichend geklärt.
Das Format
Vor diesem Hintergrund bringt die Veranstaltungsreihe „European Resilience Roundtable: Cyber, Defense & Cloud as Strategic Infrastructure” Vertreter*innen aus Politik, Sicherheitsbehörden, Streitkräften, Wirtschaft und der strategischen Community zusammen. Im Mittelpunkte steht die Frage, wie Europa seine Resilienz in drei eng miteinander verbundenen Bereichen stärken kann: Cybersicherheit, digitale Verteidigungsinfrastruktur/Modernisierung und Cloud-Technologien.
Der Roundtable ist Teil eines umfassenderen europäischen Projekts des Aspen Institute Deutschland in Zusammenarbeit mit den Aspen International Partners in Europe und Microsoft. Die Veranstaltungen in Madrid, Berlin, Warschau und Brüssel sollen länderspezifische Erkenntnisse erarbeiten, die in einen gemeinsamen „European Resilience Report“ einfließen.
Die Themen
Der Roundtable widmet sich drei eng miteinander verknüpften Dimensionen europäischer Resilienz. Der erste Themenblock zur Cyberresilienz beleuchtet, wie Staaten den Schutz kritischer Netzwerke und digitaler Infrastrukturen angesichts zunehmend komplexer Cyberbedrohungen stärken können. Im Fokus stehen dabei insbesondere Cyberangriffe, Spionage und hybride Operationen gegen kritische Infrastrukturen und demokratische Institutionen sowie Fragen der operativen Resilienz, der Krisenreaktion und der Zusammenarbeit zwischen staatlichen und privaten Akteuren.
Leitfragen sind unter anderem:
• Wo liegen derzeit die größten Verwundbarkeiten europäischer Cyber- und Digitalinfrastrukturen?
• Welche Defizite bestehen in der Koordination zwischen Regierungen, NATO, EU-Institutionen und Industrie?
• Wie können Governance-Strukturen und Public-Private-Kooperationen verbessert werden, um schnellere und koordiniertere Antworten auf Cybervorfälle zu ermöglichen?
Der zweite Themenblock widmet sich der Resilienz digitaler Verteidigungsinfrastruktur und der Modernisierung militärischer Fähigkeiten. Moderne Streitkräfte sind heute in hohem Maße auf digitale Systeme, sichere Kommunikation, Datenplattformen und softwaregestützte Fähigkeiten angewiesen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Europa militärische Einsatzfähigkeit und Interoperabilität sichern kann, ohne neue technologische Abhängigkeiten zu schaffen.
Diskutiert werden unter anderem:
• Wie abhängig sind moderne Streitkräfte von resilienter digitaler Infrastruktur – und wo liegen die größten Risiken?
• Wie lassen sich Cyberresilienz, Verteidigungsmodernisierung und digitale Infrastrukturstrategien besser verzahnen?
• Welche Rolle spielen Interoperabilität, Beschaffung und die Zusammenarbeit zwischen Staaten, NATO und Industrie für Europas Verteidigungsfähigkeit?
Der dritte Themenblock beschäftigt sich mit der Resilienz von Cloud-Infrastrukturen und ihrer strategischen Bedeutung für Staat, Wirtschaft und Sicherheit. Cloud-Technologien sind heute Grundlage zahlreicher Verwaltungsprozesse, wirtschaftlicher Abläufe und zunehmend auch militärischer Anwendungen. Gleichzeitig werfen sie neue Fragen zu Abhängigkeiten, Datensicherheit, Kontrolle und technologischer Souveränität auf.
Im Fokus stehen dabei unter anderem:
• Warum sollte Cloud-Infrastruktur als strategische kritische Infrastruktur verstanden werden?
• Welche Risiken entstehen durch die Abhängigkeit von Cloud-Anbietern bei sicherheitsrelevanten Systemen und sensiblen Daten?
• Wie können europäische Staaten Governance- und Beschaffungsmodelle entwickeln, die Sicherheit, Resilienz, Innovationsfähigkeit und europäische Handlungsfähigkeit miteinander verbinden?
Die Sprecher*innen
• Britta Jacob, Head of Government Relations, ARX Robotics
• Felix Kroll, Cyber Koordinator des Auswärtigen Amts
• Dr. Philipp Müller, Vice President for Business Development, DriveLock SE & Fellow, TUM Think Tank
• Generalmajor Dr. Volker Pötzsch, Chef des Stabes des Kommandos Cyber- und Informationsraum
• Henri Schmidt, Christlich Demokratische Union (CDU), Mitglied des Deutschen Bundestag
• Dr. Sebastian Seedorf, Referatsleiter für Verfassungsrecht, Innere Sicherheit, und Cybersicherheit, Bundeskanzleramt




