- 15. Oktober 2026
- 08:30
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- 15. Oktober 2026
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In Serbien hat die größte von Studierenden getragene Protestwelle seit Jahrzehnten die Innenpolitik grundlegend verändert. Bei den anstehenden Parlamentswahlen treten Studierende nun mit einer eigenen Liste an. Zugleich hat die EU-Erweiterung geopolitisch wieder an Fahrt gewonnen. Doch die Region zeigt ein uneinheitliches Bild. Albanien und Montenegro machen auf dem Weg in die EU große Fortschritte. In Serbien dagegen herrscht politische Unsicherheit. In der gesamten Region prägen schwache Institutionen, gesellschaftliche Polarisierung und wachsende geopolitische Konkurrenz die Innenpolitik. Das wirkt sich auch auf die Glaubwürdigkeit des europäischen Projekts aus.
Inmitten dieser Entwicklungen ist eine neue Generation erwachsen geworden. Die Generation Z ist nicht mit den Kriegen der 1990er Jahre aufgewachsen. Sie kennt vor allem einen langwierigen Erweiterungsprozess, demokratischen Stillstand und wiederkehrende Krisen. Europa ist für sie nicht mehr bloß ein Sehnsuchtsort. Es wird an der eigenen Lebensrealität gemessen.
Grundlage der Diskussion ist eine neue deliberative Studie mit jungen Menschen in sechs Hauptstädten des Westbalkans. Durchgeführt wurde sie vom Institute for Philosophy and Social Theory der Universität Belgrad und vom Regional Center for Advanced Studies of Humanities (RECAS). Die Veranstaltung verbindet drei Entwicklungen, die selten zusammen betrachtet werden: die neue geopolitische Dringlichkeit der Erweiterung, die demokratische Entwicklung in der Region und das politische Erwachen der Generation Z. Wie sollte die EU die jüngste Mobilisierung von Jugendlichen und Studierenden deuten? Und kann die Erweiterung als geopolitische Strategie glaubwürdig bleiben ohne stärkere demokratische Legitimität und ohne echte Beteiligung junger Menschen?Diese Themen und Fragen diskutieren wir mit Gazela Pudar Draško (Institute for Philosophy and Social Theory, Universität Belgrad und RECAS), Valeska Esch (Stiftung Wissenschaft und Politik, SWP), Boris Mijatović (Mitglied des Deutschen Bundestages) und Gresa Hasa (Universität Graz). Moderiert wird das Gespräch von Rejane Herwig, Program Director Europe, Aspen Institute Deutschland.



