- 09. Juni 2026
- ; 11:00
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- 10. Juni 2026
- ; 17:30

Wirtschaftspolitik ist längst Sicherheitspolitik. Von Zöllen und Exportkontrollen bis hin zu Industriesubventionen und Technologieregulierung prägen wirtschaftliche Interessen zunehmend die geopolitische Ordnung – und verändern damit auch die Grundlagen transatlantischer Zusammenarbeit. Vor diesem Hintergrund kamen am 9. und 10. Juni 2026 mehr als 500 Entscheidungsträger*innen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in Berlin zur vierten German-American Trade and Tech Conference (GATT-C) zusammen, sowohl in Person als auch online.
Unter dem Titel „Navigating Strategic Rivalries: Transatlantic Trade and Tech in an Age of Competition“ diskutierten die Teilnehmenden die Zukunft der transatlantischen Wirtschafts- und Technologiebeziehungen in einer Zeit wachsender strategischer Konkurrenz. Im Mittelpunkt standen die Auswirkungen von Zöllen und industriepolitischen Subventionen, der Umgang mit Exportkontrollen und resilienten Lieferketten sowie die strategische Positionierung Europas und der USA im Wettbewerb mit China und anderen Akteuren. Die diesjährige Oxford-Style Debate widmete sich der Frage, ob digitale Souveränität vor allem durch strategische Autonomie oder durch vertiefte internationale Zusammenarbeit erreicht werden kann. Während die Mehrheit der Zuschauer*innen in der Abstimmung vor der Debatte zunächst für „tiefere internationale Zusammenarbeit“ abstimmte, änderten einige im Laufe der Diskussion ihre Meinung. Am Ende sprach sich eine Mehrheit von etwa zwei Dritteln für „digitale Souveränität“ als Weg zu größerer digitaler Resilienz aus.
Das Ergebnis spiegelte eine Spannung wider, die sich durch die gesamte Konferenz zog: das fortwährende Bekenntnis zur transatlantischen Partnerschaft auf der einen Seite, ein wachsender Instinkt für Eigenständigkeit auf der anderen. Weitere Diskussionen befassten sich mit der Regulierung Künstlicher Intelligenz aus europäischer, amerikanischer und globaler Perspektive sowie mit der Zukunft der transatlantischen Zusammenarbeit in den Bereichen Gesundheit und Sicherheit. Ein hochrangiges Gespräch zwischen Metin Hakverdi, Koordinator für die transatlantische Zusammenarbeit im Auswärtigen Amt, und Bryant Trick, Assistant U.S. Trade Representative for Europe and the Middle East, unterstrich die Bedeutung eines kontinuierlichen Dialogs für die Zukunft der transatlantischen Beziehungen.
Die Konferenz machte deutlich, dass die transatlantische Partnerschaft trotz bestehender Spannungen ein zentraler Pfeiler der internationalen Ordnung bleibt. Zugleich zeigte sie, dass auf beiden Seiten des Atlantiks weiterhin die Bereitschaft besteht, strategische Differenzen durch Dialog und Zusammenarbeit zu bewältigen. Fotos der Konferenz sind hier verfügbar, eine vollständige Aufzeichnung wird im Laufe des Sommers auf YouTube bereitgestellt.



