- 18. Juni 2026
- ; 08:30
- -
- 18. Juni 2026
- ; 10:30

Die Arktis steht heute stärker denn je im Zentrum geopolitischer Aufmerksamkeit. Der fortschreitende Klimawandel verändert die Region tiefgreifend, eröffnet neue wirtschaftliche und strategische Möglichkeiten und verschärft zugleich sicherheitspolitische Herausforderungen. Damit gewinnt der Hohe Norden sowohl für die Anrainerstaaten als auch für Europa und die transatlantischen Partner zunehmend an Bedeutung.
Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat diese Entwicklung zusätzlich beschleunigt. Bewährte Kooperationsmechanismen sind weitgehend zum Erliegen gekommen, die militärische Präsenz in der Region nimmt zu, und die arktische Zusammenarbeit muss sich unter veränderten geopolitischen Vorzeichen neu behaupten. Gleichzeitig bleiben der Schutz des fragilen Ökosystems, wissenschaftliche Zusammenarbeit und eine nachhaltige Entwicklung gemeinsame Interessen der Arktisanrainer.
Während die Arktis für Kanada untrennbar mit Fragen nationaler Souveränität, Sicherheit und Identität verbunden ist, rückt sie auch für Deutschland zunehmend in den Fokus. Ihre Bedeutung reicht von der europäischen Sicherheitsordnung über Klima- und Forschungspolitik bis hin zu internationalen Handelsrouten und globaler Governance.
Vor diesem Hintergrund luden das Aspen Institute Deutschland und die Botschaft von Kanada am 18. Juni 2026 anlässlich des Berlin-Besuchs der kanadischen Arktisbotschafterin Virginia Mearns zu einem hochrangigen Hintergrundgespräch ein.
An der von Aspen Deutschland Direktorin Dr. Stormy-Annika Mildner moderierten hochrangigen Diskussionsrunde nahmen neben Virginia Mearns auch Dr. Volker Rachold vom Alfred-Wegener-Institut, Dr. Michael Paul von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) sowie Lisa Badum MdB (Bündnis 90/Die Grünen) teil.
Die zentralen Erkenntnisse der Diskussion lauteten:
Klima- und Sicherheitspolitik sind in der Arktis untrennbar miteinander verbunden: Das Abschmelzen des Eises eröffnet neue Schifffahrtsrouten und den Zugang zu Ressourcen, während Russlands Krieg gegen die Ukraine die sicherheitspolitische Bedeutung der Region grundlegend verändert hat.
Nachhaltige Arktis-Governance gelingt nur gemeinsam mit den indigenen Gemeinschaften: Ihre Perspektiven und ihr Wissen sind unverzichtbar für Forschung, politische Entscheidungsprozesse und eine langfristig tragfähige wirtschaftliche Entwicklung.
Wissenschaftliche Zusammenarbeit bleibt ein strategisches Gut: Sie schafft die Grundlage für ein fundiertes Verständnis der rasanten Veränderungen in der Arktis und evidenzbasierte Politik. Gleichzeitig erschwert das Aussetzen der Kooperation mit Russland die Forschung in weiten Teilen der Region erheblich und macht deutlich, welchen Wert wissenschaftlicher Austausch auch in geopolitisch schwierigen Zeiten besitzt



