- 18. Februar 2026
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- 18. Februar 2026
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Am 18. Februar, wenige Tage nach der 62. Munich Security Conference, lud Aspen Germany in Berlin zum MSC Recap ein. Ziel war es, die zentralen Debatten aus München aufzugreifen und ihre Bedeutung für die europäische und transatlantische Sicherheitspolitik in einer Phase tiefgreifender geopolitischer Verschiebungen einzuordnen.
Die Sicherheitskonferenz stand im Zeichen von Russlands anhaltendem Krieg gegen die Ukraine, verschärfter Großmachtrivalität, Instabilität im Nahen Osten und wachsender Unsicherheit über die Zukunft der transatlantischen Partnerschaft. Die Atmosphäre in München war entsprechend nüchtern und realistisch – eine Grundstimmung, die auch die Berliner Diskussion prägte.
Auf dem Podium diskutierten Dr. Hans-Peter Bartels, Präsident der Gesellschaft für Sicherheitspolitik und ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung, Prof. Dr. Tobias Bunde, Director of Research & Policy bei der Munich Security Conference, Dr. Dr. Tobias Lindner, Staatsminister im Auswärtigen Amt a. D. (2021–2025) und Senior Associate Fellow für Transatlantische Beziehungen bei der DGAP, Paul Horvath, CEO von Orchard Global und Board Member der American Friends of theMunich Security Conference, sowie Anja Wehler-Schoeck, International Editor und Mitglied der Chefredaktion des Tagesspiegel.
In der Diskussion wurde deutlich: der geopolitische Wandel ist kein vorübergehendes Phänomen, sondern struktureller Natur. Das transatlantische Verhältnis befindet sich in einer Phase der Neujustierung; ein Zurück zum Status Quo wird es nicht geben. Europas Verantwortung für die eigene Sicherheit wird inzwischen breit anerkannt – entscheidend ist nun die konsequente und koordinierte Umsetzung.
Zugleich rückt die nukleare Abschreckung angesichts neuer Modernisierungsprogramme und geschwächter Rüstungskontrollregime wieder stärker in den Fokus. Technologie, Künstliche Intelligenz und Informationsoperationen entwickeln sich zu zentralen Schauplätzen geopolitischer Konkurrenz. Und nicht zuletzt zeigte die Diskussion: Multipolarität ist keine abstrakte Zukunftsvision mehr, sondern gelebte Realität – mit Staaten, die verstärkt auf strategische Flexibilität statt feste Blockzugehörigkeit setzen.
Im anschließenden Open-Chair-Format wurde die Debatte bewusst geöffnet: Teilnehmende brachten eigene Einschätzungen ein, stellten kritische Nachfragen und erweiterten die Perspektiven des Panels. So entstand ein lebendiger, interaktiver Austausch, der unterschiedliche Erfahrungsräume miteinander verband und die strategische Reflexion vertiefte.


