- 01. Oktober 2025
- , 14:00
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- 01. Oktober 2025
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Nach mehr als einem Jahrzehnt verheerender Konflikte kam der Zusammenbruch des Assad-Regimes mit unerwarteter Geschwindigkeit: Innerhalb von lediglich zwei Wochen im Dezember 2024 wurde der Grundstein für ein neues Kapitel gelegt. Die Bildung einer Übergangsregierung hat ein kurzes und fragiles Zeitfenster geöffnet – für in- und ausländische Akteure, um die Zukunft Syriens mitzugestalten. Doch während sich die politische Ordnung neu formiert, stehen Millionen Syrerinnen und Syrer vor einer viel unmittelbareren Herausforderung: dem Wiederaufbau ihres Lebens inmitten der physischen und seelischen Trümmer von Krieg und Unterdrückung. Für viele bleibt das Thema Regierungsführung dabei ein fernes Anliegen. Gleichzeitig befinden sich weite Teile des Landes weiterhin außerhalb der Kontrolle der Übergangsbehörden, und in umkämpften Regionen flammt der Konflikt immer wieder auf. Die Machtverhältnisse sind fluid und schwer vorhersehbar. Inmitten dieser Unsicherheit erheben Syrerinnen und Syrer im In- und Ausland ihre Stimmen in der entstehenden Republik, während internationale Akteure zügig versuchen, Beziehungen zur neuen Führung aufzubauen. Das Ergebnis ist ein instabiles Umfeld, in dem kaum abzuschätzen ist, wie lange das derzeitige Zeitfenster der Möglichkeiten noch offenbleibt – oder ob es sich nicht bereits wieder zu schließen beginnt. Die Zukunft Syriens wird von mehreren, sich überschneidenden Dynamiken geprägt sein: dem Ringen um territoriale Kontrolle, der Neugestaltung staatlicher Institutionen und der Wiedereingliederung des Landes in die internationale Gemeinschaft.
Diese Podiumsdiskussion möchte über tagesaktuelle Schlagzeilen und wechselnde Allianzen hinausblicken und sich grundlegenderen Fragen widmen: Welche Werte und Visionen könnten das nächste Kapitel Syriens leiten? Welche Hoffnungen und Erwartungen haben die Menschen innerhalb des Landes heute – und welche Überlegungen bewegen diejenigen, die eine Rückkehr erwägen? Wie können Deutschland und seine europäischen Partner einen sinnvollen Beitrag zum Aufbau resilienter Institutionen und einer inklusiven Regierungsführung leisten? Und welche Rolle müssen Wahrheit, Rechenschaft und Versöhnung spielen, um die neu gewonnene Freiheit Syriens langfristig zu sichern? Aspen Institute Deutschland wird Vertreter:innen aus verschiedenen Sektoren zusammenbringen um Fragen wie diese zu untersuchen. Die Diskussion findet in englischer Sprache am 01. Oktober von 14:00 – 15:30 Uhr unter der Chatham House Rule statt.



