Leadership Program

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Leadership Program

Das Aspen Seminar

Das Aspen Seminar ist ein außergewöhnliches Leadership-Programm, das wertebasierte Führung fördert und einen substanziellen Dialog über komplexe politische und soziale Themen ermöglicht. Das Programm entstand vor über 60 Jahren in den USA und hat seitdem eine ganze Reihe herausragender Führungspersönlichkeiten aus allen gesellschaftlichen Bereichen angezogen.

Seit 2011 bietet das Aspen Institute Germany das Seminar auch in Deutschland an. Fernab von der täglichen Routine versammelt das Institut drei mal jährlich eine kleine Gruppe von hochqualifizierten Führungskräften, um über die grundlegenden Fragen der menschlichen Existenz nachzudenken, über die Rolle des Individuums, Ordnung von Gesellschaft und die Grenzen von Macht. Auf der Grundlage von klassischen und modernen Texten renommierter Philosophen und Denker und geleitet von zwei erfahrenen Moderatoren diskutieren die Teilnehmer über zeitlose Ideen und Werte und deren Bedeutung in der heutigen Welt. Mehr...

Anders als in Universitätsvorlesungen oder bei Literaturanalysen, wo Experten Anleitung geben, wie die klassischen Texte zu lesen oder zu verstehen sind, ermutigt das Aspen Seminar seine Teilnehmer zur eigenen Interpretation. Dabei geht es nicht darum, einmütige Antworten zu finden oder gar Konsens herzustellen. Vielmehr sollen die Teilnehmer ihre eigenen Wertvorstellungen und Ansichten hinterfragen, ihr Verständnis für unterschiedliche Auffassungen erweitern und sich der Komplexität unserer Gesellschaften bewusst werden. Das Seminar liefert keine fertigen Lösungen, sondern bietet Freiraum für Dialog und Austausch, der essenziell ist in einer Welt, die täglich mit widerstreitenden Interessen, konkurrierenden Ansichten und kulturellen Friktionen konfrontiert ist.

Das Seminar richtet sich an hochrangige Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Politik, dem öffentlichen Sektor, dem akademischen Bereich und der Zivilgesellschaft, sowie aus Kunst und Kultur und dem Gesundheitswesen. Die Zahl der Teilnehmer ist begrenzt; die Teilnahme erfolgt auf Einladung. Wenn Sie Interesse haben, wenden Sie sich bitte an Carina Kempf

Hintergrund

Die Aspen Idee reicht zurück in das Jahr 1945, als der Chicagoer Unternehmer und Philanthrop Walter Paepcke (1896-1960), Sohn deutscher Einwanderer aus Mecklenburg, in die Kleinstadt Aspen in den Bergen Colorados (USA) reiste: Infolge der menschlichen und moralischen Katastrophe des Zweiten Weltkriegs träumte Paepcke von „einem Platz, an dem der menschliche Geist aufblühen kann“.

Paepcke war Trustee der Universität Chicago und eng befreundet mit deren Präsident Robert Hutchins, ebenso wie mit dem Philosophen Mortimer Adler. Die drei teilten die Vision, ein Forum zu schaffen, wo Führungskräfte und Entscheidungsträger sowie Denker und Künstler aus der ganzen Welt Abstand nehmen können von ihrer täglichen Routine, um in Ruhe darüber nachzudenken, was gute Führungskräfte und eine gute Gesellschaft ausmacht. Mehr...

Im Jahr 1949 wurde ihr Traum Wirklichkeit: Paepcke wählte Aspen als Veranstaltungsort für die Feier des 200. Geburtstags Johann Wolfgang von Goethes. Er wollte damit der historischen und fortwährenden Bande zwischen den USA und der Welt mit Deutschland gedenken, allem Gräuel des Zweiten Weltkriegs zum Trotz. Das zwanzigtägige Treffen zog so prominente Intellektuelle an wie Albert Schweitzer, José Ortega y Gasset, Thornton Wilder und Arthur Rubinstein  sowie Vertreter der internationalen Presse und über 2000 weitere Besucher.

Diese Gedenkfeier legte den Grundstein für das Aspen Institute. Das erste Leadership-Seminar fand 1951 statt. Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft, Akademiker wie Künstler wurden ermutigt – fernab vom Alltag und mit genügend Zeit zur Reflexion –, ihre eigenen Antworten auf die Fragen der großen Denker zu finden und in einem oft hochkontroversen Austausch zu debattieren.

Das Seminarformat basiert auf dem von Mortimer Adler an der Universität Chicago begründeten „Great Books“-Seminar. Adler war der Auffassung, dass Philosophie jedermanns Sache sei und essenziell für das, was uns menschlich macht. Der Grundgedanke war, dass ein solches Seminar die Gesellschaft verbessern würde, indem es humanistisches Gedankengut unter wichtigen Entscheidungsträgern fördert. In seiner Anfangszeit war das Seminar auch als eine intellektuelle Waffe im Kalten Krieg gedacht.

Seit seinen Anfängen hat das Aspen Seminar Führungskräfte aus allen gesellschaftlichen Bereichen angezogen. Durch die Sokratische Methode reflektieren die Teilnehmer über fundamentale Fragen der menschlichen Existenz, um sich dadurch über ihre eigenen Werte klar zu werden, sich der Vielfältigkeit von Weltansichten bewusst zu werden und die Fähigkeit zu führen sowohl auf der persönlichen wie auch auf der gesellschaftlichen Ebene zu verbessern.