
Civil Society Forum 2024
Kurz vor dem 10-jährigen Jubiläum des Berliner-Prozess-Gipfels kamen Akteure aus dem Westbalkan, der EU und dem Vereinigten Königreich zum Civil Society & Think Tank Forum 2024 zusammen. Das Civil Society & Think Tank Forum 2024 gipfelte in einer groß angelegten Konferenz am Rande des Berliner-Prozess-Gipfels und rückte die Perspektiven und Ideen der Zivilgesellschaft des Westbalkans in den Mittelpunkt, um deren Sichtbarkeit zu stärken und Entscheidungsträgern wichtige Erkenntnisse zu vermitteln. Das Aspen Institute Germany organisierte das Civil Society & Think Tank Forum 2024 in Zusammenarbeit mit der Southeast Europe Association und mit großzügiger Unterstützung des Auswärtigen Amts zum dritten Mal in vier Jahren.
Seit dem zweiten Berliner-Prozess-Gipfel im Jahr 2015 hat sich das Civil Society & Think Tank Forum zum Ziel gesetzt, politische Empfehlungen zu Themen zu formulieren, vorzustellen und zu diskutieren, die für den Westbalkan von entscheidender Bedeutung sind. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Berliner-Prozesses wird das diesjährige Civil Society & Think Tank Forum nicht nur die Empfehlungen der Zivilgesellschaft in den Mittelpunkt stellen, sondern auch Ideen zur Zukunft des Berliner-Prozesses vorbringen.
„Mit jedem Jahr wird es wichtiger, sicherzustellen, dass sich alle Interessengruppen im Berliner-Prozess vertreten und gehört fühlen“, erklärte Dr. Christian Hagemann, Geschäftsführer der Südosteuropa-Vereinigung. „Das Forum der Civil Society & Think Tanks bietet eine einzigartige Gelegenheit, indem es der Zivilgesellschaft die Möglichkeit gibt, ihre politischen Empfehlungen direkt an wichtige Entscheidungsträger aus dem Westbalkan zu richten.“

„Der Ansatz des Zivilgesellschaftsforums ist einzigartig und besonders effektiv, da er auf dem Fachwissen und der Erfahrung lokaler Akteure basiert“, sagte Dr. Stormy-Annika Mildner, Geschäftsführerin des Aspen Institute Germany. „Dadurch wird sichergestellt, dass die Empfehlungen relevant bleiben und auf bestehenden regionalen Initiativen und Kapazitäten im Westbalkan aufbauen.“
Das Forum begann mit einem Vorbereitungsforum vom 9. bis 11. Juli in Skopje, zu dem über 130 führende Vertreter der Zivilgesellschaft aus dem Westbalkan und der EU zusammenkamen, um politische Empfehlungen zu formulieren. Im Vorfeld der öffentlichen Diskussionen, die vom Civil Society & Think Tanks Forum veranstaltet wurden, brachte das Vorbereitungsforum durch vertrauliche Diskussionen in sieben thematischen Arbeitsgruppen neue Ideen hervor. Dank der Vielfalt der Erfahrungen und Fachgebiete der Teilnehmer führten die Diskussionen zu politischen Empfehlungen, die sich mit dringenden Herausforderungen und Chancen für den Westbalkan befassen.
Die von den Vertretern der Zivilgesellschaft behandelten Themenbereiche reichten von der EU-Integration, der Energiewende und der Aufarbeitung der Vergangenheit/Versöhnung bis hin zu übergreifenden Themen wie Rechtsstaatlichkeit, Jugend, Minderheiten und lokalen Fragen. Zum ersten Mal gab es im Rahmen des Civil Society & Think Tank Forum eine Arbeitsgruppe zum Thema „Geschlechtergleichstellung und Vielfalt“, an der Basisorganisationen aus dem gesamten Westbalkanraum und der EU teilnahmen. Darüber hinaus befassten sich Arbeitsgruppen mit Themen wie dem gemeinsamen regionalen Markt und Mobilität, Umweltschutz sowie Desinformation und Cyberbedrohungen.

In einem bedeutenden Moment nahm die Zivilgesellschaft am 14. Oktober 2024 am Berliner-Prozess-Gipfel teil und hatte die Gelegenheit, mit führenden Politikern politische Empfehlungen zu diskutieren und vorzustellen. Diese einzigartige Gelegenheit verschaffte der Zivilgesellschaft direkt auf Führungsebene Gehör und ermöglichte es, die Perspektive der Zivilgesellschaft in den Gipfel einzubringen. Die Empfehlungen der Zivilgesellschaft wurden auch in der von den Staats- und Regierungschefs auf dem Gipfel veröffentlichten Erklärung erwähnt.
Während des gesamten Forums wurden Advocacy-Treffen zwischen Vertretern der Zivilgesellschaft aus dem Westbalkan und wichtigen Akteuren aus deutschen Bundesministerien und dem Bundeskanzleramt, der Europäischen Kommission und regionalen Institutionen organisiert. Ein Höhepunkt dieser Treffen war die Präsentation der Zivilgesellschaft auf dem Außenministertreffen des Berliner-Prozesses am 1. Oktober in Berlin. Das Forum war geprägt vom langjährigen Engagement des Auswärtigen Amts, unter anderem durch den Advocacy-Prozess.
Das Projekt endete schließlich mit einer Konferenz, dem Multi-Stakeholder Evaluation Dialogue, der am 2. und 3. Juni 2025 in Berlin stattfand. Teilgenommen haben Akteure aus der deutschen und britischen Regierung, der Zivilgesellschaft und die nächsten Organisatoren des Civil Society and Think Tank Forum 2025: The British Council.
Publikationen
Mildner, Stormy-Annika, Hagemann, Christian, Voglsinger-Palm, Viktoria, Bories, Tina, and Shapiro, Avi (eds.), Civil Society & Think Tank Forum Final Reflections 2024-2025, Southeast Europe Association und Aspen Institute Germany, Mai 2025.


